Wer kontrolliert eigentlich die Medien?


Gestern wurde in der NZZ darüber berichtet, ein Freiburger Professor denke über die teilweise Einführung der Scharia nach. Nachdenken darf man natürlich über jeden Blödsinn. Die Gedanken sind ja bekanntlich frei. Der besagte Artikel in der NZZ hat bisher 117 Kommentare provoziert. Auch die Online-Ausgabe des Tages Anzeiger hat über dieses Nachdenken einen Artikel verfasst, der bis heute Mittag 29 Kommentare provoziert hat.

So weit so gut.

Heute nachmittag sind nun die 29 Kommentare kommentarlos verschwunden. Wo bleibt eigentlich der Respekt gegenüber den Leuten, die sich die Mühe genommen haben, sich zum Artikel zu äussern? Natürlich ist es das Recht der Redaktion, Kommentare nicht zu veröffentlichen. Wenn die Kommentare aber mal freigeschaltet worden sind, also durch die interne Zentrolle sind, dürfte man erwarten, dass sie online bleiben oder wenigstens die Gründe für die Löschung mitgeteilt wird.

Aber halt, da habe ich ja noch was im Browserfenster von heute morgen:

Hans Nüssli
10:59 Uhr
Denken darf der gute Professor was er will – aber so etwas öffentlich zu äussern sicher nicht. Er hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nie in einem islamischen Staat gelebt und weiss deshalb nicht was die Scharia bedeutet. Allerdings frage ich mich was die Uni Freiburg von ihrem Angestellten denkt. Wer in der Schweiz leben will muss das geltende Recht aktzepieren – oder die Schweiz besser verlassen.

Max Wartenberg
10:48 Uhr
Hat Herr Giordano während des Jahres nichts Vernünftiges veröffentlicht und will sich jetzt zum Jahresabschluss noch einwenig Publicity erheischen?

Beat Müller
09:55 Uhr
naja jetzt übertreiben hier aber viele.erstens ist es ein professor der diese aussagen macht. professoren experimentieren und so soll es auch sein, auch im rechtswesen. hier finde ich auch ein misslungenes experiment. aber zurück zu den fakten; es sind teilaspekte der scharia nicht handabhacken usw. und dies nur !! wenn geltendes recht nicht verletzt würde. also mal auf dem teppich bleiben.

Michel Svennson
09:49 Uhr
Bei einem Urlaub in Neuseeland habe ich eine ausgewanderte Schweizer Familie getroffen, die untereinander weitgehend Englisch geredet hat. Meine Frage, warum nicht innerhalb der Familie Schwiezerdütsch geredet würde, wurde beantwortet mit : “Das sieht man hier nicht so gern und wir haben uns entschieden hier zu leben”. Hat Neuseeland deswegen ein schlechtes Renommee ? Wohl kaum !

Maria Bailey
09:26 Uhr
Wer über Islam und Scharia diskutieren will, soll sich vorher genauer INKL. Kontext informieren. Niemand redet über Chemie, wenn er auch nicht versteht von was er redet.

Hans Müller
09:18 Uhr
Bis jetzt war ich eher gegen die Minarettverbotsinitiative. Wenn wir jedoch solche Professoren in der Schweiz haben, dann gilt es die Notbremse zu ziehen. Ich werde jetzt “ja” stimmen, nur um ein Zeichen zu setzen.

Feigger Hundt
08:25 Uhr
Dieser Professor ist bloss ein Provokateur, der eigentlich gar kein Linker, sondern ein Rechter ist. Er will bloss Fremdenhass und Rassismus fördern. Das ist ihm allerdings sehr gut gelungen.

Hans Zumstein
07:25 Uhr
Und so jemand wird auf Studenten losgelassen! Wer hat diesem Herrn den Lehrauftrag erteilt? Totale Fehlbesetzung. Wer sorgt für dessen sofortige Entfernung aus dem Lehramt?

Alfred Christen
06:49 Uhr
Ich freue mich schon auf die Strafen, die dann öffentlich auf dem Marktplatz ausgeführt werden : Für diebe die Hand abhacken, für Sex und Ehebrüche werden die Peitschen geschwungen , dann haben wir die Scharia.

Dave Hutmacher
06:07 Uhr
Es wäre an der Zeit, dass mit Staatsgeldern finanzierte rosa Brillen abgelegt und etwas Hirn eingeschaltet würde… Der Grossteil von Einwanderern aus anderen Kulturen sind aus eigener Wahl im Gastland. Wenn dessen religiöse Kompatibilität “ungenügend” ist — tja, Pech! Gibt’s denn Sonderrechte für autofahrende Schweizerinnen in Saudiarabien??

Anity Meyer
05:31 Uhr
Der eigentliche Skandal ist doch, dass jemand, der solche Ansichten vertritt, allen Ernstes Professor an einer schweizerischen Universität ist. Eine unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern und eine Zumutung für die Studenten, welche mit solchen abartigen Ideen indoktriniert werden. Man stelle sich vor, im Iran lebende Schweizer würden dort die Einführung des CH-Rechtssystemes verlangen…

Rene Rey
03:49 Uhr
Hat nicht Nostradamus vorausgesagt, Europa werde in den 2030′ er Jahren vom Islam ( ohne militaerische Gewalt ) als die dominierende Religion uebernommen werden ? Professor Giordano hilft dazu., dass diese Prophezierung zur Wahrheit wird. Vielleicht wird man dann in 25 Jahren im Laden fuer 5 Franken Steine kaufen, um Ehebruechige ( natuerlich nur Frauen) zu steinigen? Das ist Scharia Gesetz.

albert manser
03:40 Uhr
an alle wie weinberger. wohne in malaysia, fortschrittliches islamischtisches land und werde taeglich konfrontiert von muslimen, dass ich nichts zu sagen habe in ihrem land obschon ich als sekretaer meines condos nur nach dem gesetz handle.

Renato Wullschleger
01:12 Uhr
Das ist nur die Fortsetzung einer Tendenz, die im Mittelalter durch die kriegerischen Türkeneinfälle in Europa angefangen haben und damals glücklicherweise durch ein vereinigtes Europäisches Heer mit dem Oberkommando des polnischen Königs vor Wien gestoppt werden konnten. Der Islam kann sich dank unserer Toleranz durch Einwanderung u. rasante Vermehrung bei uns einnisten.”Good bye dear old Europe”

Bea Wenger
00:29 Uhr
Wäre 1. April, könnte des Herrn Professors Scherz ja noch ein Lächeln auslösen, da wir aber Dezember im Jahre 2008 schreiben und, so meinte ich, die Aufklärung hinter uns haben, bin ich zutiefst erschüttert über die Gedankengänge dieses Menschen.

Henri Lapin
28.12.2008, 23:49 Uhr
und wie sieht der Professor den Grundsatz “vor dem Gesetz sind alle gleich”? Wie sähe es z.B. aus, wenn ein Moslem mich verletzt verglichen mit dem umgekehrten Tatbestand? Käme er einfacher davon als ich, weil dies evtl. in der Scharia als weniger schlimm eingestuft wird als bei uns? Ein absolut schwachsinniger Vorschlag, besonders von einem Rechtsgelehrten.

Erwin Marti
28.12.2008, 23:46 Uhr
Herr Giordano scheint keinen Durchblick zu haben. Wir sollen die grösste Toleranz zeigen bei einer Gegenseite ohne eine solche. Die Studenten sind zu bedauern, die solchen Lehrern ausgesetzt sind und die Universität könnte ja gewisse minimale Richtlinien als Rahmen vorgeben. Dass Herr Kreis da nicht beistimmt scheint bei ihm sogar einen Funken Hoffnung angebracht zu sein.

Felix Altheer
28.12.2008, 23:46 Uhr
@Grimm: Sie haben völlig recht. Genau da liegt auch das Uebel von all diesen Problemen die wir teilweise haben. Man sollte Leute aus gewissen Kulturkreisen gar nicht einwandern lassen.

Dominik Grimm
28.12.2008, 23:35 Uhr
Vorschlag zur Diskussion? Was gibt es hier zu diskutieren? Für die links gerichteten gibt es offenbar Freiheit und etwas weniger Freiheit, für alle anderen gibt es Freiheit und Unfreiheit. Der Preis für unsere Freiheit war hoch, manchmal zu hoch. Wollen wir nun alles wieder den Despoten preisgeben? Scharia heisst: eine Frau ist nur halb so viel Wert wie ein Mann!

Ramon Neville
28.12.2008, 23:33 Uhr
Soll Demokratie irgendeinen Rest von Bedeutung haben, dürfen keinesfalls die Gesetze eine Religion für ihre Angehörigen verbindlich sein. Diese sind noch nicht mal unbedingt freiwilling dabei. Der Vorschlag hat keine Chance, wird aber ausgiebig von IslamhasserInnen ausgeschlachtet werden. Islamische Vielehe verstösst klar gegen die Verfassung, da nur Männer mehrere Ehen eingehen dürfen.

walter frisch
28.12.2008, 23:30 Uhr
Die Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR) gehört abgeschafft ! Grund : Staatsgefährdend , nein noch mehr Aufruf zur Volksverhetzung

Martin Burckhardt
28.12.2008, 23:30 Uhr
Dass ein solcher Vorschlag jedoch nicht mehr als eben eine Anregung bleibt, sollte jedoch selbstverständlich sein. Ein Grundsatz der Bundesverfassung (Art 8) ist derjenige der Rechtsgleichheit, d.h. ale sind vor dem Gesetz gleich, unabhängig von Alter, Geschlecht oder auch kulturellem Hintergrund. Ein Täter ist ein Täter und ein Gesetz ist ein Gesetz!

Reto Lötscher
28.12.2008, 23:25 Uhr
Scharia bedeutet: Vielehe für Männer, Steinigungen von Ehebrecherinnen, Handabhaken für Diebe, nur halber Erbanspruch für Frauen und die Zeugenaussage einer Frau zählt auch nur die Hälfte etc. Ist man mittlerweile schon ein Rechtsextremer, wenn man so ein System überhaupt nicht will?

Nick Weinberger
28.12.2008, 23:24 Uhr
Nee, ich bin sowieso dafür, dass man bei uns den Islam als Religion einführt. Dafür müssen die in in den islamischen Ländern aber schon Hornussen trainieren… Pardon, aber wie weit beugen wir uns vor aufnehm-, integrations- und ich-bin-OK-Du-bist-OK Ideen? Wie werden schweizer Auswanderer in anderen Ländern integriert, aufgenommen, sozialisiert?

Martin Burckhardt
28.12.2008, 23:23 Uhr
Obwohl dieser Vorschlag wohl als Beitrag zur Diskussion verstanden werden will, kommt er wohl zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Durch genau solche Vorschläge werden doch diejenigen, welche sich bereits durch islamische Mitbürger verunsichert fühlen, noch mehr verängstigt, was wiederum der SVP und ihrer xenophoben Minarettinitiative in die Hände spielen dürfte.

Roger Brunner
28.12.2008, 23:23 Uhr
Liebe Bevölkerung, wählt noch mer Links, dann Leben wir bald wieder auf den Bäumen.

Marianne Vogel
28.12.2008, 23:19 Uhr
Ich muss (und will) mich im Ausland an die dort herrschenden Gesetze und Gepflogenheiten anpassen. Weshalb müssen das Immigranten nicht bei uns und weshalb gewährt man ihnen immer eine Extrawurst? Wir können doch gleich unsere Gesetzen und Gepflogenheiten wie auch unsere Identität sausen lassen und uns den Immigranten anpassen. Das tun wir ja sowieso bereits scheibchenweise.

Michael Meienhofer
28.12.2008, 22:57 Uhr
Wie wäre es, wenn wir in islamischen Ländern christliche Gesetztes-Auffassungen einführen würden? Das käme dort wohl nicht so gut an.Also, Einwohner islamischen Glaubens , die sich nicht unseren Gesetzen anpassen können, steht es frei, in ein Land zu ziehen, wo dem Islam von der rechtlichen Seite Genüge getan wird.

Dominik Grimm
28.12.2008, 22:54 Uhr
Wenn die kulturelle Distanz zwischen Einheimischen und Zugewanderten dermassen gross ist, sollte man sich fragen wieso diese Leute überhaupt eingewandert sind. Wir sollten nur Immigranten in unser Land einwandern lassen die sich mit unserer Verfassung, Gesetzen und Kultur identifizieren können. Offensichtlich haben wir aber zu viele einwandern lassen die uns als Gesellschaft verachten.

  1. #1 by Silvio Giudici at 29. Dezember 2008

    Unsere Bevölkerung wird nur noch dümmer. Wir steigen bald ab zu den
    Naturvolkern. Die sind aber immer noch besser als wir.

  2. #2 by Stefan Mauerhofer at 30. Dezember 2008

    Das Verschwinden der Kommentare ist mir gestern auch aufgefallen. Ich frage mich wer das wohl aus welchem Grund und zu welchem (politischen und/oder ideologischen) Zweck veranlasst hat. Zum Glück hat das Internet ein fast unsterbliches Gedächtnis.

(wird nicht veröffentlicht)


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